NEIN, der Blog ist noch nicht tot. Keine Sorge. Ich musste mich nur erstmal ein wenig von meinem langen Wochenende erholen. Es stand mal wieder ein langes Wochenende vor der Tür und wir verbrachten Sukkot (Laubhüttenfest - Erklärung in einem anderen Beitrag) in Jerusalem. Zwei Tage verbrachten wir zusammen mit Eman, einer Freundin von Denise,
die in Jerusalem wohnt. Die beiden letzten Tage widerrum verbrachten wir
mit Judith und Jule aus Rishon. Diese vier Tage waren gefüllt mit unendlich vielen Eindrücken. Würde ich sie alle hier aufschreiben, säße ich morgen noch hier ;-) Also gibt es ein paar kleine Zusammenfassungen zu den einzelnen Tagen - viel Spaß! :
Dienstag - Abends sind wir endlich in Jerusalem angekommen und wurden von Eman direkt zu ihrer Tante mitgenommen, wo gerade Hochzeitsvorbereitungen liefen. Eine Hochzeit für 1300 Personen (!) sollte in den nächsten Tagen stattfinden und wir halfen dabei Süßigkeiten in Tüten zu verpacken. Dabei durften wir hautnah das arabische Zusammenleben mit viel Musik und Essen (viel zu guten Essen) geniessen.
Mittwoch - Zusammen mit Eman und Yara erkundeten wir einen Teil von Jerusalem - Das Damaskustor, arabisches Viertel mit einem wahnsinnig lebhaften Markt und die Grabeskirche. Hier soll Jesus gekreuzigt, gesalbt und begraben worden sein. Ich muss aber leider sagen, dass mich der Tourismus hier sehr gestört hat. Es war tierisch laut, viel zu voll und rücksichtlos meiner Meinung nach. Irgendwie kam es mir nicht ganz angemessen vor. Dennoch war es sehr erstaunlich diese heiligen Stätten zu sehen. Mittags gab es Hummus, Falafel und Pita bei 'Abu Shukri' - eindeutig super lecker und super preiswert. Bevor es zurück zu Eman und ihrer Familie ging, besuchten wir noch das österreichische Hospiz, wovon man aus einen wunderbaren Ausblick über die Altstadt hat.
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| Jerusalem |
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| Denise und ich auf dem Turm der Erlöserkirche |
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| Denise, Eman, Yara und ich mit dem Felsendom |
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| Jesus Leidensweg |
Donnerstag - Nach einem ausgiebigen arabischen Frühstück ging es nach Bethlehem. Zuerst gab es aber einen Stopp am Checkpoint 300 - ein Übergang vom isralischen Gebiet zur Westbank. Dort verläuft die Mauer, die das Land teilt und man konnte hier Kunstwerke besichtigen, die zum Frieden aufrufen. Die 8 Meter hohe Mauer hat mich ziemlich ergriffen und sehr an die berliner Mauer erinnert, die einst Deutschland geteilt hat. Wir haben uns noch einige Zeit dort aufgehalten, bis wir nach Bethlehem weiterfuhren. In der Geburtskirche Jesus war es mindestens genau so voll wie in Jerusalem und kein bisschen weniger touristisch. Mit der allen bekannten Weihnachtsgeschichte hat die riesige Kirche und die aufwendige Gestaltung leider wenig gemeinsam und ich habe mir den Besuch dieses Ortes anders vorgestellt. Interessant waren aber die unzähligen beleuchteten Sterne in der Stadt (Stern über Bethlehem), die mich richtig an Weihnachten erinnerten. Kurzer Abstecher zum Sheppersfield, wo der Engel den Hirten begegnet sein soll und ihnen den Weg zur Krippe zeigte. Danach haben wir in einem arabischen Restaurant unglaublich gutes Essen bekommen - fast so gut wie die wunderbare Aussicht, die man von dort genossen hat. Und schon ging es wieder nach Jerusalem, wo wir Judith und Jule trafen.
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| Kunstwerk von Banksy |
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| Shepper Field |
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| ...und das war erst die Vorspeise! |
Freitag - Die vier eKiR Mädels hatten die Nacht auf dem Dach des Citadel Youth Hostels sehr genossen und so machten wir den Basar am Jaffa Gate unsicher - es ist wirklich wie in tausend und einer Nacht und ein Genuss für alle Sinne - laut, voll, bunt, überall riecht es nach Gewürzen und der WOW-Effekt liess nicht auf sich warten. Dann machten wir uns auf den Weg zum Ölberg und genossen dort den Blick über Jerusalem. Der Besuch des Garten Getsemani war mein Highlight - vielleicht mag es ein ungewöhnliches Highlight sein, aber im Garten Getsemani, wo Jesus verraten und verhaften worden sein soll, stehen 8 Olivenbäume, die tatsächlich zweitausend Jahre alt sein sollen. Das fand ich wahnsinnig beeindruckend, denn diese Olivenbäume sind wohl die einzigen Zeugen, die uns wirklich erzählen könnten, was vor zweitausend Jahren in Jerusalem passiert ist. Das hat mich intensiver gepackt, als jeglicher Tourismus in der Innenstadt. Am Abend stand wieder der Shabbat vor der Tür und wir betrachteten das Treiben an der Klagemauer - eine unglaubliche Anzahl an orthodoxen Juden strömten dorthin um zu beten und den Shabbat und Sukkot zu ehren. Das war ganz schön interessant!
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| beudeutsamer jüdischer Friedhof unterhalb des Ölbergs |
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| Die Altstadt mit ihrer Mauer vom Ölberg aus |
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| Garten Getsemani |
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| Klagemauer am Abend |
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| Unzählige orthodoxe Juden an der Klagemauer |
Samstag - ein kleiner Besuch am Berg Zion, wo das Grab des König Davids liegt, und der Rest des Tages wird mit warten und essen verbracht, damit wir abends die Busse zurück nach Hause nehmen können. Ein heftiger Platzregen verabschiedete uns dann aus Jerusalem, aber wieder in Tel Aviv angekommen, war davon nichts mehr zu spüren - im Gegenteil. HITZE! Nach dem Wochenende waren wir aber froh wieder zu Hause zu sein, denn die Blasen an unseren Füßen liessen uns die Kilometer eindeutig spüren.
Fazit: Jerusalem war spannend, ungewohnt, anders als gedacht, aufregend, voll, lustig und es gab ein ganzes Paket voll Stoff zum Nachdenken für mich :-)
Bis Bald, Laura
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