Damit ihr nicht denkt, dass ich den ganzen Tag nur am Strand verbringe, gibt es heute einen ausführlichen Beweis über meine Arbeit im Kfar.
Vorab ein kleiner Hinweis: Aus rechtlichen Gründen ist es mir nicht erlaubt Namen der Friends zu nennen und Bilder auf denen diese zu sehen sind zu veröffentlichen.
Die jenigen, die meinen Blog schon mitverfolgt haben, wissen ja bereits, dass ich in einer Malgruppe bin. Die Bezeichnung möchte ich ein bisschen verändern - es ist eher eine 'wir-basteln-mit-allem-was-wir-in-die-Hände-bekommen' Kreativgruppe.
Jeden Tag geht es um halb 9 los, mit Taschen voll Proviant und 8 Friends in den kleinen Bus, der uns in die Nachbarstadt zu einer Schule bringt. Hier befindet sich der gemütliche Raum, in dem all die Kreativität seinen Lauf nimmt. Die Friends sind weitesgehend selbstständig und bereiten somit alles, was sie brauchen, selber vor. Dazu gehört Kaffee machen, die Lieblingsstifte raussuchen und nicht vergessen - DEN ganz persönlichen Platz verteidigen. Dann gibt es meistens eine Einführung in den Tag oder in ein bestimmtes Thema. Die letzten Tage haben wir uns zB. mit dem Laubhüttenfest (Sukkot) beschäftigt, welches nächste Woche gefeiert wird. Wiedermal eines der vielen und sehr interessanten Feiertage.
Kurze Erklärung: Während des siebentägigen Sukkot Festes gedenken die Juden an den Auszug der Israeliten aus Ägypten. Dazu bauen sie Hütten (Sukka), die mit Ästen, Laub oder Stroh geschmückt werden, um die einfache Behausung nachzuempfinden. Dort nehmen sie dann für die sieben Tage ihre Mahlzeiten ein, manchmal übernachten sie auch da drinnen.
Nach der Einführung wird den Friends freie Hand gelassen und sie gestalten ihre Bilder. Manche malen dann tatsächlich etwas zum vorgegebenem Thema, manche widerrum malen jeden Tag die selben Strukturen und Muster. Gestern habe ich es geschafft mit einem Friend eine Sukka zu malen.
Zwischen durch gibt es dann einen Snack. Auch hier bin ich jedes Mal erstaunt, wie viel die Friends eigenständig meistern. Sie toasten das Brot, schmieren es, decken den Tisch für alle und spülen auch anschließend das Geschirr. Dazu braucht es nur einige kurze und knappe Anweisungen der Guides (Leiter der Gruppe). Und danach kann es auch wieder weitergehen.
Aber wie ich schon sagte, wird nicht ausschließlich gemalt. Manchen Friends wird schon etwas mehr zugetraut und ich finde es gut, dass dann auch versucht wird diese zu fördern. So habe ich gestern zusammen mit einem Friend Ketten aus Papierstreifen gebastelt, die wohl häufig für Sukkot gebastelt werden. Es war zwar eine riesige Sauerei mit Kleister, es hat aber unheimlich viel Spaß gemacht ihm Anweisungen zu geben, wo der Kleister hin muss und wie man die Kette nun zusammenführt.
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| Ganz viele dieser Ketten. Nun hängt auch eine in meinem Zimmer. |
Zum Ende des Tages hin gibt es einen kleinen Spaziergang über den Schulhof, damit die Beine ein wenig vertreten werden. Die letzten beiden Tage bin ich sogar schon mit den Friends alleine gelaufen und das klappt soweit auch ganz gut. Man traut sich von Tag zu Tag mehr zu und lernt wirklich sehr schnell wie und wo man sich schon einbringen kann. Zurück vom Trip wird gemeinsam aufgeräumt und es ist Showtime für einen meiner Lieblinge. Sobald Bob Marley oder aber 'I've got the power - Snap' gespielt wird singt er aus vollem Leibe und tanzt mit vollem Körpereinsatz. Es ist wahnsinnig unterhaltsam und richtig schön mit an zu sehen. kola kavod! Dann geht es aber wieder zurück ins Kfar und um 14 Uhr gibt es Mittagessen in den jeweiligen Häusern.
Ich muss sagen, dass ich diese Gruppe von Tag zu Tag toller finde und sie schon anfange richtig in mein Herz zu schließen. Sobald man sich näher mit den einzelnen Friends beschäftigt und herausfindet, was ihr Verhalten bedeutet und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben, fallen einem auch immer mehr Ideen ein, was man gestalten könnte. Die beiden Guides in meiner Gruppe haben mich auch total lieb aufgenommen. Sie erklären mir sehr vieles, übersetzen eine Menge für mich und bringen mir nebenbei wichtige hebräische Begriffe bei. Und was die Feiertage betrifft bin ich auch immer up to date, denn diese werden mir ausführlich beschrieben.
Also wie ihr seht geht es mir gut, die Arbeit macht soweit Spaß und es wird immer besser und aktiver! Nun steht aber erstmal das Wochenende an, welches wir zu Hause verbringen werden. Denn es ist mal wieder Feiertag - oh was ein Wunder - nämlich Jom Kippur. Wieder mal ein Feiertag, an dem Israel still steht. Aber mehr dazu dann nach dem Wochenende.
Liebste Grüße nach Deutschland! :)
P.S Dieses Wochenende soll das heißeste Wochenende des Jahres werden. Und wie ist das Wetter bei euch so? ;-)
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| Das Ergebnis der heutigen Gruppe - sieht doch schon fast nach Da Vinci aus, oder? |



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