Shabbat shalom!
mein erstes Wochenende in Israel geht zu Ende und somit auch mein erster Shabbat. Da in Israel Staat und Kirche nicht getrennt wird, richtet sich das Wochenende nach dem jüdischen Shabbat und geht von Freitag 18 Uhr bis Samstag 18 Uhr. Schon mittags beginnt das Land ruhiger zu werden und ab 18 Uhr ist es nahezu ausgestorben. Alle Geschäfte sind geschlossen und es fahren keine Busse mehr (bis auf einige vereinzelte arabische Läden und arabische Taxen, auch Sheruts genannt). Und natürlich durfte ich schon in voller Gänze erfahren, wie es ist, wenn ein Land für einen ganzen Tag still steht.
Freitag in der Frühe machten Denise, meine Mitvolontärin, und ich uns auf den Weg nach Herzliya an den Strand. Wir hatten uns dort mit Judith und Lotte, den beiden Volontärinnen von der eKiR, die in Ra'anana wohnen und arbeiten, verabredet. Wo genau wussten wir auch nicht, schließlich war noch niemand von uns Vieren jemals zuvor an dem Strand von Herzliya gewesen und es stand fest, dass wir an unterschiedlichen Bushaltestellen aussteigen werden. Aber hey, challenge accepted!
Am Strand angekommen waren Denise und ich erstmal völlig überwältigt von diesem Anblick: Palmen, blauer Himmel, weißer Strand und Meer soweit das Auge reicht. Das Wasser badewannen-warm und soooo viele schöne Muscheln. Ich glaube nach einem Jahr kann ich einen ganzen Muschelladen aufmachen. Und in unmittelbarer Nähe sollen wir jetzt also ein Jahr lang wohnen? Na, wenn es unbedingt sein muss. Ich kann euch sagen - ich hab Herzliya sofort in mein Herz geschlossen (extra für Nico ;-) )!
Nun mussten wir nur noch Judith und Lotte finden - leichter gesagt als getan. Aber nach gefühlten Stunden hin und her laufen, umgucken und teuren SMSen haben wir sie dann endlich gefunden und konnten gemeinsam den Strand geniessen und uns über unsere ersten Eindrücke austauschen.
Recht früh ging es aber schon wieder zurück, denn wir wollten vor Beginn des Shabbats noch nach Petah Tikva.
In Petah Tikva trafen wir dann Jule und Judith, die ebenfalls mit der eKiR in Israel sind und deren beiden Mitbewohner. Die Vier wohnen in Rishon LeZion und arbeiten ebenfalls mit Autisten. Wir alle wurden auf nach Petah Tikva eingeladen, um sowohl den Abschied alter Volontäre zu feiern, als auch unsere Ankunft. Aber so richtig wusste keiner wirklich wo wir hin sollten, vor allem nahte der Shabbat und somit die Möglichkeit mit dem Bus irgendwo hin zu gelangen. Aber Israel ist ja nicht ab von der Welt und somit hatte man an manchen Ecken öffentliches WLAN und wir bekamen die Adresse heraus und mit Hilfe von Händen und Füßen, englisch und hebräisch fanden wir doch tatsächlich die WG! Und davor warteten auch schon andere Volontäre, die in Jerusalem arbeiten und wohnen. Zusammen verbrachten wir also nun Stunden des Wartens, denn offiziell sollte die Party erst um 22 Uhr losgehen und wo wir klingen mussten wusste auch keiner, ABER man muss ja am Shabbat schon vor 18 Uhr sein Ziel erreicht haben. Zum Glück bemerkten uns die WG-Mitglieder irgendwann und ließen uns früher herein. Zusammen mit weitern deutschen Volontären verbrachten wir also einen gemütlichen Abend und ich konnte schon mal einen Teil der Menschen kennenlernen, mit denen ich das Jahr verbringen werde.
Die Rückreise am nächsten Tag war dann die nächste Herausforderung. Busse fahren nämlich samstags erst ab 18 Uhr - frühstens. Aber sowohl Denise und ich, als auch die vier Mädchen aus Rishon LeZion entschieden sich dafür eine Fahrt mit dem Taxi nach Hause in Kauf zu nehmen, denn für uns alle geht es morgen früh los mit der Arbeit!
Der Shabbat wird uns in diesem Jahr ganz bestimmt noch einige lustige und aufregende Stunden bereiten, wenn wir das Wochenende nicht zu Hause verbringen wollen. Aber was sagte eine unserer Mitbewohnerinnern so schön "In Israel lernt man auf jeden Fall ein geduldiger Mensch zu werden." Oooh ja, das lernt man hier!
Morgen früh geht es dann das erste Mal an die Arbeit. Ich bin wirklich gespannt mit welchen Friends (so werden die Autisten hier liebevoll genannt) ich zusammen arbeiten werde und welche Aktivitäten auf mich zukommen werden.
Bis dann, Laura.


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